Lehrlingsprüfung Schreiner

IPA

Am Ende ihrer Ausbildung müssen die Schreinerlehrling in der IPA ( indivduellen Produktionsarbeit ) zeigen, was sie können. Bei der Schreinerei Perren können sie zwischen einem Kundenauftrag oder einem allfälligen Auftrag für zuhause wählen. Patrick wählte die zweite Möglichkeit. Er gestaltete ein Sideboard mit Schubladen und Türen. Wir gratulieren ihm zu seinem Möbel.

 

 

Bist du unser neuer Lehrling?

Mehr als 30 Lehrlinge haben in der Schreinerei Perren AG bisher erfolgreich ihre Lehre abgeschlossen. Jetzt suchen wir für das nächste Jahr ein neues Team-Mitglied, das, ob Mädchen oder Junge, sich hier das Handwerk als Schreinerin oder Schreiner aneignen will.

 

Im Video erzählen unsere Lehlinge, warum sie Schreiner lernen und wieso sie das bei der Perren AG machen.

 

Du machst im nächsten Jahr die Schule fertig? Du hast Lust, mit dem natürlichsten aller Baustoffe zu arbeiten, mit Holz? Du findest das Handwerk eine tolle Sache? Dann melde dich bei uns und ergänze als Auszubildender oder Auszubildende unser Team.

Bereits machen drei Auszubildende bei uns die Lehre und sind stolz darauf, ein Teil des Perren-Teams zu sein. Vielleicht machst genau du unser Quartett komplett. 

Melde dich bei uns unter info@perrenag.ch oder ruf uns unter 027 971 12 74 an. Mach ein paar Schnuppertage bei uns und schau selber, ob Holz für dich mehr als nur Brennstoff ist, der im Wald rumsteht…

Wir freuen uns auf dich!

Fertigungsspezialist VSSM

Wir gratulieren unserem Mitarbeiter Angelo Ritz zum Fertigungsspezialist VSSM. Nach einjähriger Ausbildung hat Angelo dieses Ziel erreicht. Er ist unter anderem in unserem Betrieb auch für die Planung und Bildung der Lehrlinge mitverantwortlich.
Wir wünschen Angelo weiterhin viel Spass bei uns !

„Hüöre güöt ist ein wunderbarer Ausdruck“

Ein welscher Möbelschreiner zum Deutsch lernen im Oberwallis? François Gross hat dieses Experiment gewagt. Für ihn steht fest: „Ich nehme viel mehr mit nach Hause ins Unterwallis als bloss die Gitarre, die ich hier selbst gebaut habe.“

François, bist du froh oder traurig, das Perren-Team zu verlassen?

Françcois: Das ist eine sehr schwierige Frage. Denn auf der einen Seite war ich in den letzten Monaten weit weg von Freunden und Familie. Ich bin also froh, wieder in meiner gewohnten Umgebung leben zu können. Auf der anderen Seite lasse ich hier gute Kollegen zurück, was mich traurig macht. Es werden mir sehr gute Erinnerungen und Erfahrungen bleiben, die ich mitnehmen kann.

Was war das eindrücklichste Erlebnis in deiner Zeit im Oberwallis?

Françcois: Ich glaube, das war die Unberührtheit und Eindrücklichkeit der Landschaft. Man hat es hier im Goms geschafft, die Natur zu nutzen, ohne sie zu stark kaputt zu machen. Die Dörfer haben Ihren rustikalen Charme behalten. Etwas, das uns im Unterwallis nicht wirklich gelungen ist.

Was war das Schlimmste bei deinem Aufenthalt im Goms?

Françcois: Das war am Anfang sicherlich die Sprache, also der Gommer Dialekt. Denn ich habe genau nichts verstanden. Zum Glück haben sich die Kollegen sehr viel Mühe gegeben, Hochdeutsch mit mir zu sprechen. Dadurch konnte ich die Sprachbarriere leichter überwinden und habe sprachlich sehr profitieren können.

Was würdest du einem welschen Kollegen raten, der auch ins Oberwallis will?

Françcois: Ich würde ihnen auf jeden Fall raten, den Schritt ins Oberwallis zu wagen. Denn in einem Land wie der Schweiz und einem Kanton wie dem Wallis ist es absolut notwendig, die andere Sprache verstehen und sprechen zu können.

Wie gut haben deine Chefs, vor allem Reini, Französisch von dir gelernt?

Françcois: Reini hat mir am Anfang gesagt, dass er nicht gerade viel Ahnung von Französisch hat. Das war mein Glück, denn so musste ich Deutsch sprechen. Aber am Ende hat auch Reini ein paar Brocken Französisch aufgeschnappt und hat seine Sprachkenntnisse in Französisch verbessern können.

Wie würdest du deinen Wissensstand in Sachen Deutsch auf einer Skala von 0 bis 10 bewerten?

Françcois: Am Anfang hatte ich wirklich Mühe, mich zu trauen, etwas zu sagen. Aber dann ging es ganz gut. Ich bin mit Kenntnissen der Stufe zwei bis drei hierhergekommen und ich verlasse das Oberwallis nicht ohne Stolz mit einer Fünf bis Sechs.

Dann lass uns mal dein „Wallisertitsch“ testen: Was ist das Lieblingsfluchwort deiner Arbeitskollegen?

Françcois: Olalà, da sind ein paar gute Ausdrücke dabei, die ich nicht alle wiedergeben möchte. Besonders gefallen haben mir «Gopfertoori» und «Hüöre Schiissdräck». Was mir besonders aufgefallen ist, war die Tatsache, dass meine Arbeitskollegen es gar nicht hören konnten, wenn ich früh morgens mit einem «Grüezi» die Werkstatt oder die Baustelle betreten habe. Komische Reaktion… (François lacht laut)

Was heisst: „Hüöre güöt“?

Françcois: Das heisst auf Französisch so viel wie «vachement bien», ein wunderbarer Ausdruck übrigens.

Was isch es „Lädi“?

Françcois: Das ist einfach, das ist ein Brett.

 

Was isch es „Gütti“?

Françcois: Den Ausdruck habe ich zwar von den Kollegen hier nie gehört. Aber ich weiss, dass es vom Französischen «Coutteau» kommt und Sackmesser bedeutet. Habe ich den Deutschtest bestanden?

Kann man so sagen. Wir wünschen dir alles Gute, privat und auf deinem weiteren Berufsweg, François.

Françcois: Merci beaucoup et à la prochaine…

Neuer Schreinerlehrling: Pascal ist der 30.

Die lange Tradition der Lehrlingsausbildung bei der Schreinerei Perren AG geht in eine neue Runde. Mit Pascal Gorsatt feiert das Unternehmen seinen 30. Lehrling.

 

Etliche holzverarbeitende Betriebe haben Mühe, ihre Ausbildungsplätze zu besetzen. Nicht so die Schreinerei Perren AG. Der Grund: Lehrlinge werden vom gesamten Team voll unterstützt, können sich bei Fragen und Problemen immer an die Chefs und den Lehrlingsbeauftragten wenden und alle Lehrlinge wissen: Jeder hat bisher seine Lehre bei der Schreinerei Perren AG mit Erfolg abgeschlossen.  

Sehen, was man geleistet hat

Mit Pascal Gorsatt beginnt in diesen Tagen bereits der dreissigste Lehrling die Ausbildung beim Team der Perren AG. Die spannenden Arbeit mit dem natürlichsten aller Bau- und Werkstoffe ist für ihn wichtig:  „Als Schreiner kann ich etwas herstellen, das wirklich gebraucht wird und das den Leuten gefällt.“  Dass er der geborene Praktiker ist, zeigt sich vor allem an der folgenden Aussage: „Für mich ist auch entscheidend, dass ich am Abend sehe, was ich geleistet habe.“ Ein fertiges Möbelstück oder auch der sichtbare Fortschritt der Arbeiten bei einem Wohnungsumbau, das ist Motivation pur für den angehenden Schreinerlehrling. 

Das Team der Schreinerei Perren AG wünscht Pascal viel Erfolg und Freude bei seiner Berufswahl.

Erfolgreiche Lehrlingstradition ein Kapitel reicher

Ob Schreinerlehre erfolgreich absolviert oder praktische Prüfungen mit Erfolg abgelegt: Auch die aktuellen Lehrlinge setzen die 60jährige Erfolgstradition der Schreinerei Perren AG fort.

 

„In unserer Unternehmensgeschichte hat jeder Lehrling sein Ziel, die Lehre mit Erfolg abzuschliessen, erreicht. Herzliche Gratulation also an Noah und Patrick, dass sie diese Tradition fortsetzen.“ Raphaela und Reinhard Perren steht als Chefs des Unternehmen der berechtigte Stolz ins Gesicht geschrieben.

Lehrabschluss Noah: Check!

Noah Margelisch darf sich jetzt nach vierjähriger Lehre Schreiner EFZ nennen. Er sei erleichtert und froh, es geschafft zu haben, gibt er zu Protokoll. Vor den Prüfungen meinte er:  «Die Tatsache, dass noch kein Lehrling der Perren AG die Abschlussprüfung verpatzt hat, zeigt eindrücklich, wie gut man hier als Auszubildender gefördert und unterstützt wird. Das ist Motivation und Druck gleichermassen, sich entsprechend ins Zeug zu legen.» Sein Lohn: Er wird das Team der Perren AG in den nächsten Monaten verstärken.

Praktische Prüfungen Patrick: Check!

Auf dem Weg zum erfolgreichen Abschluss hat Patrick Erpen ein entscheidendes Zwischenziel erreicht, die praktischen Prüfungen nach dem dritten Lehrjahr. Ein Jahr lang hat er sich jede Woche mit Übungsaufgaben im Betrieb darauf vorbereitet. Seine grössten Gegner: Zeit und vor allem Nervosität. „Ich bin glücklich, die praktische Prüfung geschafft zu haben“, so Patrick. „Aber es fuchst mich schon, dass ich ohne diese Nervosität das eine oder andere sicher besser hinbekommen hätte.“

Lehrlinge bleiben ein wichtiges Ziel

„Eine gute Haltung“, freut sich Reinhard Perren über diese Aussage. „Denn als Experte bei den Prüfungen leide ich natürlich mit den jungen Leuten mit und freue mich, wenn sie hohe Ziele haben. Solche Aussagen zeigen mir, dass es sich lohnt, so viel Zeit in die Auszubildenden zu investieren, wie wir das im Betrieb machen.  Daran wird sich nichts ändern.“ Denn die nächste Prüfung kommt bestimmt!

„Einfach mal tief durchatmen“

Wenn der Puls hochgeht, die Nervosität steigt, die Unruhe wächst und die Ungewissheit Einzug hält, dann ist Zeit für die praktische Jahresprüfung im dritten Lehrjahr.  Betroffen von der „Prüfitis akkutis“ in diesem Jahr:  z’Erpi!

„Hmmm, noch bin ich nicht sooo nervös.“ Die dunklen Augen gucken etwas verwirrt und die Finger zupfen an der immer präsenten Schirmmütze herum.

Ganz so cool lässt Patrick Erpen, Auszubildender im dritten Jahr  bei der Schreinerei Perren AG, das Ganze doch nicht. Denn: „Die praktische Prüfung nach dem dritten Lehrjahr zählt ein Drittel für die gesamte Lehre, also mehr als die Lehrabschlussprüfung LAP, die bloss einen Fünftel ausmacht.“ Es geht also zur Sache anfangs Juni.

Ob er sich Sorgen mache? „Nun ja, die Lehrlinge der Perren AG haben bisher sehr erfolgreich gearbeitet.  Da ist schon auch etwas Druck dabei. Niemand will schliesslich einer der Wenigen sein, der einen „Abschiffer“ erleidet“, so Patrick. Aber er habe sich gut vorbereitet. Der frischgebackene Lehrlingsbeauftragte der Firma, Angelo Ritz, betreue ihn tipp top und gebe wertvolle Tipps. „Zudem kann ich jede Woche mit Material und Maschinen in der Werkstatt in Fürgangen üben, soviel ich mag“, erklärt  Patrick.

Was er denn auch ausgiebig gemacht hat. „Seit fast einem Jahr übe ich jede Woche ein oder zwei Stunden“, blickt Patrick Erpen zurück. Was auch nötig ist, denn die praktische Prüfung nach dem dritten Lehrjahr hat’s in sich. Eine Stunde hat man pro Prüfungsaufgabe Zeit um diese nach Plan zu erfüllen. Zehn praktische Prüfungsaufgaben an zwei Tagen sind es insgesamt. Die Aufgaben bestehen vor allem darin, eine der zahlreichen Holzverbindungen möglichst perfekt hinzubekommen und das so rasch wie möglich.

Das Schwierigste für Erpen? „Ganz klar die Zeit. Denn die ist knapp bemessen und man muss Vollgas geben. Das wiederum kann zu Fehlern führen, über die man sich ärgert und dann nervöser wird als unbedingt nötig, was sich wiederum auf die Zeit auswirkt….“.

Patrick hält kurz inne.  So genau hatte er sich bis anhin diesen Teufelskreis wohl noch nicht ausgemalt. Kommt jetzt, 10 Tage vor der Prüfung, das grosse Zittern? Er lacht. „Zittern nicht, aber der Gedanke daran löst schon ein etwas ungutes Bauchgefühl aus.“ Was zur Kernfrage bei Prüfungen führt: Wie kann man die Nervosität überwinden und in den Griff bekommen?

„Das ist eine gute Frage“, lacht Patrick. „Ich werde einfach kurz innehalten und ein par Mal tief durchatmen. Dann geht’s los!“ Denn eigentlich hat er gut geübt. Und eigentlich kann er das. Aber eben…

„Ich wollte schon immer Schreiner werden“

Was dabei rauskommt, wenn einer wird, was er schon immer werden wollte? Benjamin Zumthurm weiss das ganz genau, denn es ist seine Geschichte.

24 Jahre alt, sportliches Bewegungstalent, musikalisch obendrein und Schreiner aus Leidenschaft! Benjamin lacht: „Das tönt nach zuviel Talent! Eigentlich bin ich ein ganz normaler Typ, der zum Glück das machen darf, was ihm Spass macht.“

Schreiner, was sonst?

Und Spass macht ihm der Beruf als Schreiner. „Für mich stand schon in der Primarschule fest, dass ich etwas mit Holz zu tun haben möchte.“ Dabei ist er familiär nicht „vorbelastet“, was seine Berufswahl betrifft. „Ich weiss selbst nicht, warum das für mich klar war. Ich mag einfach den Umgang mit dem Rohstoff Holz und bin gerne dabei, wenn etwas Neues aus diesem natürlichsten aller Baustoffe entsteht.“

Am liebsten auf Montage

Dabei ist sein Lieblingsplatz nicht unbedingt die Werkstatt. „Ich bin lieber auf Montage.“ Am besten sei es, wenn man ein Chalet oder eine Wohnung komplett umbauen könne. „Alles rausreissen und von A bis Z neu aufbauen ist genau mein Ding. Nirgends hat man bei der Arbeit mehr Abwechslung, als bei solchen Renovationen.“ Das ist es auch, was er an seinem Arbeitgeber schätzt. „Wir sind nicht nur auf einen Bereich spezialisiert und montieren die ganze Woche Fenster oder legen Böden. Wir arbeiten in vielen Bereichen und das gefällt mir.“

Lernen und weiterkommen

Kein Wunder, dass er sich nicht zweimal bitten liess, als sein Chef ihm die Weiterbildung zum Fachmonteur VSSM ans Herz legte. Die Ausbildung legt den Schwerpunkt auf der eigenständigen und hochwertigen Vorbereitung und Umsetzung der Montage auf anspruchsvollen Baustellen. Dazu gehören auch der passende Führungsstil und die Kommunikation mit Kunden, Planern und anderen Handwerksbereichen.

„Hier konnte ich mein Erfahrung mit einbringen und in der vierwöchigen Ausbildung gleichzeitig in viele Bereiche tiefer reinschauen und mehr interessante Details kennen lernen.“ Details, die ihn dazu befähigen, künftig ganze Montageaufträge im Team  selbständig zu planen und umzusetzen. Was Benjamin zu einem Garanten für weiterhin hochstehende Qualität in der Montage bei der Schreinerei Perren AG macht.

 

Mehr Infos zu Umbauten gibt es hier.

Nur das mit der Sprache ist etwas hart

François Gross, 21, Möbelschreiner, Unterwalliser: Was um Himmels Willen macht der in einer Schreinerwerkstatt in Fürgangen? Klare Sache, sich auf das Leben und Lernen vorbereiten. Alles klar?

Er könnte es in seiner Heimat Crans-Montana einfacher haben: gewohnte Arbeit als Möbelschreiner; mit Freunden und Kollegen abends auf ein Bier in die Stammbeiz; Skifahren im mondänen Montana; Ausgang und Halligalli mit der Freundin im schicken Promi-Ort; Französisch parlieren.

Stattdessen beisst sich der gelernte Möbelschreiner François Gross an fremdsprachigen Fachbegriffen die Zähne aus; hockt im sehr beschaulichen Fürgangen mit einer Beiz und einer Buvette; die Freundin sehen ist die Ausnahme; und dann dieser vermaledeite Oberwalliser Dialekt.

François lacht: «Ce n’est pas si mal!» So schlimm sei das doch gar nicht! Die Arbeit sei hier im Oberwallis genau gleich zu erledigen wie im Unterwallis, der Werkstoff Holz unterscheide sich auch nicht unbedingt, die Werkstatt sei bestens ausgestattet, die Stimmung in der Bude sehr gut und «die Chefs sind sehr nett und haben viel Geduld».

«Nur das mit der Sprache ist etwas hart», gibt er grinsend zu. «Ich habe zwar während der Berufsmatura etwas Deutsch gelernt. Aber dem Dialekt hier im Goms bin ich damit bei weitem noch nicht gewachsen», gibt er etwas nachdenklich werdend zu Protokoll.

Dabei sei das Problem weniger die normale Kommunikation mit den Arbeitskollegen. «Die schalten schnell einmal auf Hochdeutsch um, wenn ich gar nix checke. Aber ich kannte fast keinen einzigen der vielen Fachbegriffe auf Deutsch. Da hörst du zu und denkst dir nach ein paar Minuten: Was will der Chef jetzt eigentlich von mir?» Ein Wörterbuch für Fachbegriffe habe er sich beschafft und damit gehe es von Tag zu Tag besser.

Muss es auch. Denn bis im August dieses Jahres bleibt ihm Zeit, die Klippe Deutsch im Oberwallis zu bewältigen. Dann wird er nach Biel gehen und dort an der Höheren Fachschule Holz sein Studium beginnen, das gewisse Vorlesungen in Deutsch beinhaltet. «Da macht es doch Sinn, die Zeit im anderssprachigen Kantonsteil zu verbringen.» Dass er wohl einer von ganz Wenigen ist, der das in seiner Branche so sieht, lässt ihn kalt. «Ich will in meinem Leben vorwärtskommen, habe Ziele. Da gehören Sprachen genau so dazu wie ein breites Fachwissen und Erfahrung.» Deshalb wird er in der Freizeit auch zusätzliche Deutschkurse belegen.

Er hätte mehrere Möglichkeiten gehabt. «Aber die Schreinerei Perren AG hat mich überzeugt. Ich werde hier sehr gut unterstützt, die Stimmung ist super und ich wohne keine 50 Meter von der Werkstatt entfernt. Das ist doch ideal.»

Und wie schätzt er die Chance ein, dass seine Chefs und die Arbeitskollegen die Chance packen und ihr Französisch aufbessern? «Da sollte ich meinen Einfluss nicht überschätzen. Aber gut tun würde es ihnen schon», sagt er lachend und macht sich wieder an die Arbeit.

«Keiner hat den Abschluss je verpatzt!»

Lehrlinge sind nichts anderes als billige Arbeitskräfte? Das gilt vielleicht für Betriebe, denen es wichtiger ist, die Lehrlinge zu fordern statt zu fördern. Denn wer als Ausbilder seine Lehrlinge ernst nimmt, setzt sehr viel Zeit und Mittel in Bewegung, um diesen den Weg zum Beruf zu ebnen.

 

Für Kleinbetriebe sind Lehrlinge eine Herausforderung. Erstens machen Sie im Vergleich zu grossen Unternehmen einen beträchtlichen Teil der Belegschaft aus. Zweitens verfügen kleine Unternehmen nicht über eigenständige Abteilungen, die sich um die Ausbildung des Nachwuchses kümmern. Was nichts anderes heisst, als dass gewissenhafte Lehrmeister für die wichtige Betreuung der Lehrlinge vor allem Teile ihrer Freizeit opfern.

Der dreissigste Lehrling kommt bald

«Das stimmt schon. Denn in der Zeit, in der ich mich mit den Auszubildenden beschäftigt habe, blieb alles andere liegen, das auch irgendwann erledigt werden muss», erklärt Reinhard Perren. «Das konnte ich bis anhin nicht einfach delegieren. Neu kümmert sich mit Angelo ein Mitarbeiter um die Lehrlinge, der auch die entsprechende Ausbildung dafür absolviert. Dies entlastet mich um »

In der Schreinerei Perren machen die drei Lehrlinge im zweiten, dritten und vierten Lehrjahr rund einen Drittel der Belegschaft aus. «Im Sommer kommt noch einer dazu, der die Lehre als Schreiner beginnt», freut sich Reinhard Perren. Freut? «Ja, denn bei allem Aufwand ist es uns als Unternehmen wichtig, Zeit, Material und Geld zu investieren, um der Branche auch künftig gute Fachkräfte bereitstellen zu können. Zudem ist es uns wichtig, der Abwanderung aus den Bergdörfern etwas entgegenzusetzen.» Der «Neue» wird der dreissigste Lehrling sein, den die Perren AG ausbilden wird.

Die Lehrlinge haben das Wort

Dabei macht die Übung den Meister. «Jede Woche stehen mir Werkstatt und Material zur Verfügung, um mich auf die praktischen Prüfungen vom Sommer vorzubereiten», erklärt Lehrling Patrick Erpen. «Wenn ich das meinen Kollegen in der Berufsschule erzähle, staunen viele, dass mir der Lehrmeister diese Möglichkeit gibt.»

«Wenn Fragen zum Unterrichtsstoff auftauchen oder es Tipps und Kniffe für den Umgang mit dem Rohstoff Holz braucht, kann ich mich jederzeit an die Chefs und die Arbeitskollegen wenden. Da wird dann nicht über den unwissenden Lehrling gemotzt, sondern mit vollem Einsatz geholfen. Das finde ich super», freut sich Lehrling Oliver Schwyn.

Der Älteste  im Lehrlingstrio, Noah Margelisch, wird im Sommer seine Lehre abschliessen. «Die Tatsache, dass noch kein Lehrling der Perren AG die Abschlussprüfung verpatzt hat, zeigt eindrücklich, wie gut man hier als Auszubildender gefördert und unterstützt wird. Das ist Motivation und Druck gleichermassen, sich entsprechend ins Zeug zu legen.»

Der Ruf des Unternehmens

Alle drei sind sich einig, nicht als billige Arbeitskraft ausgenutzt zu werden, sondern eine hochwertige Ausbildung mit viel Unterstützung geniessen zu dürfen. Eine Ansicht, die den Chefs den Rücken stärkt. Denn ihnen ist klar, dass mit dem Abschneiden der Lehrlinge auch jedes Mal ein wenig der Ruf des Unternehmens auf dem Spiel steht. Diesem makellosen Zeugnis wollen Lehrmeister und Lehrlinge auch in Zukunft auf jeden Fall gerecht werden.